Logo DFL

Solidarität entdecken

In unserem Magazin geben wir Menschen, die sich für andere einsetzen, eine Bühne.
Themenbeitrag

Deutscher Nachbarschaftspreis 2020: „Nachbarschaft hat in diesem Jahr besonders an Bedeutung gewonnen.“

Lesezeit 4 Min. Lesezeit
Miteinander im ViertelMiteinander im Viertel
Themenbeitrag

Meine Mama, der Alzheimer und ich – Warum Reden Gold ist

Lesezeit 7 Min. Lesezeit
MutmacherMutmacher
Themenbeitrag

LSBTI* – Was heißt das eigentlich?

Mutmacher
  • 20.07.2020
  • Autorin Katharina Hofmann, Franziska Falkenberg
  • Fotograf Symbolfoto
  • Lesezeit3 Min.

In der Themenwoche „Jung, alt, queer!“ beschäftigen wir uns mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Dabei begegnen uns einige Begriffe immer wieder – wie etwa die Abkürzung LSBTI*. Doch was bedeuten sie?

Zum einen möchten wir an dieser Stelle einen Überblick geben über Begriffe, die in unserer aktuellen Themenwoche verwendet werden und deren Bedeutung vielleicht nicht allen Menschen geläufig ist. Zum anderen möchten wir aber auch weitere Begrifflichkeiten erläutern, die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt beschreiben. Dieses kleine „Lexikon“ soll also zunächst einen Einstieg ermöglichen, einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt es nicht.

Wichtig dabei ist, dass die Menschen und Communitys selbst verschiedene Worte verwenden, mit denen sie sich selbst bzw. ihre Lebensweise, ihre sexuelle oder geschlechtliche Identität und ihre Körperlichkeit beschreiben. Die Begrifflichkeiten und Definitionen unterliegen einem stetigen Wandel – maßgeblich ist und bleibt immer die Selbstdefinition.

Inhaltsverzeichnis

Grundlagen
Sexuelle Vielfalt
Geschlechtliche Vielfalt
Weitere Begriffe

Die Grundlage

LSBTI*, LSBTQ+ (und weitere Schreibweisen)

Die Buchstabenkombination steht für einzelne sexuelle und geschlechtliche Identitäten – in diesem Fall: Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Trans* und Inter*. Da die einzelnen Identitäten jedoch so vielfältig sind, wie die sich unter ihnen zusammenfindenden Menschen, sind auch die Bezeichnungen nicht starr, sondern können sich erweitern und verändern. Der Asterisk (*), in manchen anderen Schreibweisen auch ein Pluszeichen, am Ende soll daher auch das Spektrum geschlechtlicher Vielfalt deutlich machen.

Eine weitere geläufige Schreibweise der Buchstabenkombination ist das englische „LGBT“ (engl.: Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender), manchmal auch ergänzt mit „Q“ für Queer, „I“ für Inter* und „A“ für Asexuell.

Vom 20. bis 26.7.2020 geht es auf unseren Social Media-Kanälen und hier im Magazin um sexuelle und geschlechtliche Vielfalt. Dabei legen wir den Fokus zum einen auf junge Menschen und ein Projekt, das ihnen in der Phase der Identitätsfindung zur Seite steht, und zum anderen auf queere Senior*innen und wie ihnen ein diskriminierungsfreies Leben im Alter ermöglicht werden kann. Erfahre mehr dazu in unserem Auftaktartikel „Jung, alt queer!“.

Folge uns auch auf Facebook und Instagram, um keinen Beitrag der Themenwoche zu verpassen.

Sexuelle Vielfalt

Asexuell

Als asexuell bezeichnen sich häufig Menschen, die sich von keinem Geschlecht sexuell angezogen fühlen. Asexualität kann als ein Spektrum betrachtet werden: Der (mögliche) Wunsch nach verschiedenen Formen von Intimität und/oder romantischer Beziehung variiert von asexueller Person zu asexueller Person.

Bisexuell

Als bisexuell bezeichnen sich häufig Menschen, die sich sowohl von Frauen als auch von Männern sexuell und emotional angezogen fühlen.

Heterosexuell

Als heterosexuell bezeichnen sich häufig Menschen, die sich sexuell und emotional von Menschen des (in der Logik eines Zwei-Geschlechter-Systems) „anderen“ Geschlechts angezogen fühlen.

Homosexuell

Als homosexuell wird die sexuelle Orientierung eines Menschen beschrieben, der sich sexuell und emotional zu Menschen des gleichen Geschlechts hingezogen fühlt.

Lesbisch

Als lesbisch bezeichnen sich häufig Frauen, die sich von Frauen sexuell und emotional angezogen fühlen.

Schwul

Als schwul bezeichnen sich häufig Männer, die sich von Männern sexuell und emotional angezogen fühlen.

Buchstabenwürfel mit den Buchstaben Nonbinary (Deutsch: nicht-binär)

Geschlechtliche Vielfalt

Geburtsgeschlecht vs. Gender / Soziales Geschlecht

Das Geburtsgeschlecht wird einem Menschen bei der Geburt aufgrund der wahrnehmbaren Geschlechtsmerkmale zugewiesen. Gender hingegen bezieht sich auf die soziale Rolle und bezeichnet das Geschlecht, das ein Mensch lebt, also dessen Geschlechtsidentität. Das Geburtsgeschlecht stimmt nicht zwangsläufig mit der Geschlechtsidentität überein (s. auch Trans* bzw. Cis).

Cis / Cisgender / cis-Mann / cis-Frau

Cis-Menschen beschreibt Menschen, die sie sich mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, identifizieren. „Cis“ kommt aus dem Lateinischen und steht für „diesseits“ – gewissermaßen im Unterschied zu „trans“ (von lat. „jenseits, über hinaus“).

Inter*

Menschen, deren Summe der körperlichen Geschlechtsmerkmale nicht eindeutig den Kategorien „Mann“ oder „Frau“ zugeordnet sind, bezeichnen sich häufig als Inter*. Oft wird auch der Begriff Intergeschlechtlichkeit verwendet. Der Begriff Intersexualität hingegen wurde lange Zeit im medizinischen Kontext verwendet, deutet jedoch fälschlicherweise an, es handle sich um eine Form von Sexualität.

Nichtbinär – auch: nonbinary.

(Selbst-)Bezeichnung für Menschen, die sich nicht als Frau oder Mann identifizieren, sondern als beides gleichzeitig, zwischen männlich und weiblich oder als weder männlich noch weiblich.

Trans* / Transgender

Menschen, sie sich mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, nicht identifizieren oder unzureichend beschrieben fühlen. Die geschlechtliche Identität ist unabhängig von der sexuellen Identität.


Weitere Begriffe

Heteronormativität

Der Begriff bezieht sich auf soziale Rollen und soziale Strukturen, welche die Vorstellung bestärken, dass cis-Geschlecht und Heterosexualität die Norm und anderen geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen überlegen sind.

Queer (von engl. queer = verquer, von der Norm abweichend)

Der Begriff war im Englischen lange Zeit ein Schimpfwort, wird seit Mitte der 90er-Jahre in LSBTI*-Communitys immer häufiger als Selbstbezeichnung verwendet, um die Identität „außerhalb der gesellschaftlichen Norm“ zu beschreiben.  Wichtig: Nicht alle Personen, die sich als LSBTI* identifizieren, verwenden „queer“, um sich selbst zu beschreiben. „Queer“ ist zudem eine Theorierichtung in der Wissenschaft, die den Zusammenhang von biologischem und sozialem Geschlecht sowie dem sexuellen Begehren untersucht.

Coming-out

Der Prozess des freiwilligen Teilens der sexuellen Orientierung und/oder der Geschlechtsidentität mit anderen. Dieser Prozess ist für jeden Einzelnen einzigartig und es gibt keinen richtigen oder falschen Weg für ein Coming-out. Nicht zu verwechseln mit dem Begriff „Outing“, der verwendet wird, wenn die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität eines anderen Menschen ohne dessen Zustimmung öffentlich gemacht wird.

Gendersternchen

Ein Schriftzeichen in Form des Sternchens (Asterisk), das in der deutschen Schriftsprache eingesetzt wird, um gendergerechte Sprache anzuwenden, die auch nicht-binäre Menschen einschließt, z.B.: Senior*innen. Auch hinter Begriffen wie „trans” oder „inter” findet sich manchmal ein Asterisk, um verschiedene mögliche Endungen („-sexuell”, „-geschlechtlich” oder „-gender”) zu markieren.

Umfangreichere Begriffserklärungen finden sich z.B:

Im Glossar zu Begrifflichkeiten sexueller- und geschlechtlicher Vielfalt, erarbeitet im Projekt „Hochschule lehrt Vielfalt!“

Im LSBTIQ-Lexikon der Bundeszentrale für politische Bildung

Im Glossar des „Queer-Lexikon“

… und auf vielen weiteren Seiten!

Weitere spannende Artikel

Interview

„Und dann stehst du da und wartest, bis diese beknackte Linie gerade ist“

Lesezeit 10 Min. Lesezeit
MutmacherMutmacher
Reportage

Begegnungsprojekt „Meet a Jew“: Wie lebt es sich als Jüdin in Deutschland?

Lesezeit 6 Min. Lesezeit
MutmacherMutmacher
Themenbeitrag

Nachbarschaft: Gemeinsam – oder einsam?

Lesezeit 4 Min. Lesezeit
Miteinander im ViertelMiteinander im Viertel
Video

Auf ein gutes und „süßes“ Jahr

Vom 18.-20. September 2020 feiert die jüdische Gemeinschaft das Neujahrsfest Rosch Haschana. Welche Traditionen dabei wichtig sind, erzählt Rabbi Jona Simon.
Lesezeit 2 Min. Lesezeit
Miteinander im ViertelMiteinander im Viertel

Jedes Los hilft

Und alle, die mitspielen, ebenfalls! Werde auch du ein Gewinn für Menschen, die Hilfe brauchen, und unterstütze mit deinem Los vielfältige soziale Projekte.
Jetzt Los kaufen