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In unserem Magazin geben wir Menschen, die sich für andere einsetzen, eine Bühne.
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„Mir ist soziales Engagement wichtig, weil ich weiß, was es bedeutet, ausgegrenzt zu werden“

Erfahre, was Sarah (24) in ihrem Leben geprägt hat und wie sie den Mut gefunden hat, zu sich selbst zu stehen.

Mutmacher
  • 09.11.2020
  • Autorin Katharina Hofmann, Franziska Falkenberg
  • Fotograf Nouki (Jan Ehlers)
  • Lesezeit5 Min.

In unserer neuen Kampagne erzählt Sarah, dass sie am eigenen Leib erfahren hat, wie es ist, anders behandelt zu werden. Hier im Magazin erfährst du, was die 24-Jährige in ihrem Leben geprägt hat und wie sie den Mut gefunden hat, zu sich selbst zu stehen.

Deutsche Fernsehlotterie: Sarah, in dem Kampagnen-Spot sagst du, dass es dir wichtig ist, deine Sachen zu machen und deine Träume leben zu können. Was bedeutet das für dich?

Sarah: Mit dem richtigen Mindset kannst du so ein erfülltes Leben haben – wenn du es richtig führst und die Dinge, die du tust, in vollen Zügen genießt und spürst. Das meine ich damit, dass man seine Träume immer leben sollte. Wenn du darüber nachdenkst, ob du etwas bereuen würdest, dann solltest du es immer tun! Wir bereuen viel mehr die Dinge, die wir nicht getan haben, als die Dinge, die wir getan haben. Ich stelle mir immer vor, wie ich hoffentlich irgendwann mit 90 Jahren auf mein Leben zurückblicke. Dann will ich nicht das Gefühl haben, etwas bereut oder verpasst zu haben. Das ist wie mit der Liebe: Wenn du jemanden liebst, dann sag es der Person, auch wenn es danach alles kaputt und schwierig macht. Die Dinge sollten sich niemals in einem anstauen, das macht die Seele irgendwann kaputt. Tue das, was du liebst und dich glücklich macht. Wenn dein Job dir keinen Spaß macht – suche dir einen anderen. Viele denken ganz oft, dass Dinge schwierig sein müssen, aber manchmal sind die schwierigsten Dinge in unseren Köpfen, weil die Angst uns abhält etwas zu tun, was wir insgeheim eigentlich so sehr wollen. Du musst dein Leben für dich selbst führen und deinen Träumen immer nachgehen, sonst wirst du irgendwann sehr unglücklich sein – und sind wir mal ehrlich: Das will keiner von uns.

Ich will damit sagen: Ich habe mich auch oft sehr elendig gefühlt. Ich habe mich immer sehr anders gefühlt und mich in jungen Jahren selbst nicht verstanden und akzeptiert. Es dauert manchmal eine Zeit, um zu verstehen wie man ist. Ganz egal was du für ein Mensch bist – hab den Mut, dich so zu lieben wie du bist. Diese Reise mit dir selbst zu gehen, kann schlimm werden, aber ich verspreche dir, wenn du deine Perspektive und die Sicht der Dinge änderst, wirst du dich so lieben, wie nie zuvor. Du wirst so glücklich und zufrieden mit dir sein, dass dir keiner mehr etwas anhaben kann. So ging es mir auch.

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Deutsche Fernsehlotterie: Für viele ist es gar nicht so leicht, für sich selbst einzustehen. Wie hast du den Mut dazu gefunden – und was würdest du anderen Menschen raten?

Sarah: Ich kann Menschen nicht wirklich Mut zusprechen, weil jede und jeder das allein für sich machen muss. Aber ich kann sagen, dass du mit deinen Gefühlen und Empfindungen nicht allein bist. Und ich denke, diese Perspektive ist sehr wichtig und wird dir helfen, dein wahres Ich zu finden. Du bist gut so wie du bist. Du lebst dieses Leben nur einmal. Hör auf, dich zu sorgen, was andere von dir denken könnten und sei glücklich für dich selbst. Zieh dich gut an für dich selbst, schminke dich für dich selbst und geh raus in die Welt, um mit dir glücklich zu sein. Wenn du diese Erkenntnis hast, wirst du Menschen treffen, die dir ähnlich sind und diese Menschen wirst du lieben, weil sie dich noch mehr bestärken indem, wie du bist und deine Persönlichkeit so lieben, wie du es tust. Du wirst diese Menschen ansehen und Glückseligkeit empfinden. Und glaub mir: Dieses Gefühl ist einmalig. Du musst dir selbst vertrauen – dann wird alles gut werden.

Deutsche Fernsehlotterie: Gibt es ein soziales Thema, das dir besonders am Herzen liegt

Sarah: Ein soziales Thema, welches mir am Herzen liegt, wird sich vermutlich niemals ändern – und zwar Solidarität und Respekt. Mir ist soziales Engagement immens wichtig. Ich weiß, was es bedeutet, ausgegrenzt zu werden, weil man nicht der Norm entspricht und in den Augen anderer anders ist, weil man sich nicht verstecken und einfach sein Leben leben will. Die Leute sagen einem zu oft, dass man dieses und jenes nicht „darf“, aber würden wir anfangen erstmal vor unserer eigenen Tür zu kehren, würde es mehr Solidarität geben und viele hätten nicht mehr diese Angst in sich, so zu sein, wie sie wirklich sind. Man sollte öfter für Schwächere einstehen, um zu zeigen, dass sie nicht allein sind.

Eine Frau mit kurzen Haaren und Tattoos am Arm sitzt auf einem Stuhl und lächelt.

Deutsche Fernsehlotterie: Welchen Traum würdest du dir mit einem Gewinn erfüllen?

Sarah: Von einem Gewinn würde ich die Hälfte meiner Familie geben, um ihnen etwas zurückzugeben im Leben. Klar, Geld ist nicht immer alles, aber Liebe schenke ich ihnen genug, also sollen sie sich mit dem Geld ihre Wünsche erfüllen, weil sie so viel für mich getan haben und weiterhin tun. Ich bin dankbar für alles. Den Rest würde ich vermutlich sparen.

Deutsche Fernsehlotterie: Du hast eine enge Bindung zu deiner Familie. Was hat dich in deinem Leben geprägt?

Sarah: Sehr vieles! Ich bin in einem Bezirk aufgewachsen, der sehr von Armut geprägt war. Dort steht Geld ganz oben: Hast du Geld, bist du wer – hast du kein Geld, bist du nichts. So wird es einem vorgelebt. Ich will nicht sagen, dass Geld nicht wichtig ist, aber wenn es drauf ankommt, stehen Liebe und Gesundheit immer vor Geld. Reich ist man nur mit einem reinen Herzen und reich ist immer derjenige, der das, was er hat, zu schätzen weiß.

Mich haben viele positive aber auch negative Dinge im Leben geprägt. Wäre das nicht so, wäre mein Denken jetzt ein ganz anderes. Ich bin überzeugt: Seine größte Persönlichkeit findet man in seinem tiefsten Schmerz. Das soll nicht negativ gemeint sein, aber in schwierigen Zeiten reflektierst du, dass du positiv denken musst und du allein für dein Leben verantwortlich bist. Deswegen schätze ich meine Eltern sehr. Sie haben mir niemals das Gefühl gegeben, dass ich anders bin. Sie haben mich akzeptiert wie ich bin und für was ich stehe und wissen, dass ich nur so glücklich sein kann mit dem, was ich tue. Dafür bin ich mehr als nur dankbar, weil nicht jeder das Glück hat, dass die Eltern so denken.

Deutsche Fernsehlotterie: Auch zu deinen Großeltern hast du eine enge Bindung. Wie sieht diese aus?

Sarah: Meine Großeltern sind für mich sehr besondere Menschen, weil sie einem immer ein gutes Gefühl geben. Man sieht in ihren Augen die Reife und die Wichtigkeit des Lebens, dass Gesundheit und Fürsorge an erster Stelle stehen. Egal wo man im Leben steht, wenn man die richtigen Menschen um sich hat, wird man niemals einsam sein. Deswegen ist es für mich so wichtig, Älteren diesen Respekt zurückzugeben, weil sie uns viele Ideale im Leben vorleben. Vielleicht nimmt man nicht alles an, aber sehr oft sagen sie sehr kluge Dinge, die einem weiterhelfen.

Deutsche Fernsehlotterie: Wie hat dir der Dreh für unsere Kampagne gefallen?

Sarah: Der Dreh war unglaublich für mich und auch für meine Persönlichkeitsentwicklung sehr wichtig, da ich in meiner Vision schon immer das Gefühl hatte, dass ich eines Tages genau solch ein Interview führen werde. Ich hatte unglaublich viel Spaß und alle waren super freundlich. Es bedeutet mir enorm viel, dass ich diese Dinge loswerden konnte und diese Erfahrung erleben konnte. Als junger Mensch hat man nicht immer die Chance, anderen in so einer enormen Form Mut zuzusprechen und zu erzählen, wie man wirklich ist. Dass kann anderen sehr viel Kraft geben – gerade, wenn man sowas im Internet oder Fernsehen sieht – und Menschen das Gefühl geben, nicht allein zu sein, gerade was die Homosexualität angeht.

Im Juni 2020 beschäftigten wir uns hier im Magazin und auf unseren Social Media-Kanälen eine Woche lang mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. In unserer Themenwoche „Jung, alt, queer!“ legten wir mit der Fachstelle Vielfalt vom Mädchen*treff e.V. den Fokus zum einen auf junge Menschen in der Identitätsfindungsphase. Wir sprachen mit Erziehungswissenschaftlerin Ulrike Hirn, die uns im Interview erzählte, warum auch heute noch vielen jungen Menschen das Coming-out schwerfällt. Vier junge lesbische Frauen erzählten uns außerdem ihre ganz persönliche Geschichte

Zum anderen berichteten wir über das Projekt „Lebensort Vielfalt“, das queeren Senior*innen ein diskriminierungsfreies Leben im Alter ermöglicht.

Deutsche Fernsehlotterie: Was verbindet dich mit uns?

Sarah: Ich verbinde mit der Deutschen Fernsehlotterie sehr viel Positives für Menschen, denen es weniger gut geht. Nicht jeder Mensch hat das Glück, in einem idealen sozialen Umfeld aufzuwachsen. Nicht nur die zahlreichen Gewinne, die man mit einem Los gewinnen kann, auch die Förderungen, die mit jedem gekauften Los an zahlreiche Projekte gehen, finde ich daher sehr lobenswert.

Deutsche Fernsehlotterie: Danke dir, Sarah, für deine Spontaneität, deine Offenheit und dein Engagement. Du bist ein Gewinn!

In unserer neuen Kampagne lassen wir Menschen zu Wort kommen, die eine ganz persönliche Verbindung zu uns haben. Menschen, die uns seit vielen Jahren mit ihrem Los helfen, soziale Projekte zu unterstützen. Menschen, die engagiert sind, in von uns geförderten Projekten oder anderweitig. Menschen, die von einem Gewinn träumen. Menschen, die besondere Erlebnisse mit uns verbinden. Kurz – viele unterschiedliche Menschen, die aber Eines eint: Sie unterstützen uns dabei, die Idee des solidarischen Miteinanders in unserer Gesellschaft zu stärken – mit einem Los, mit persönlichem Engagement, mit Achtsamkeit im Alltag, mit Herz.

„Wir wollen in einer offenen Atmosphäre über freie Interviews ohne Skript und Vorgaben Menschen und ihren Gedanken zu Solidarität und Miteinander in unserem Land eine Bühne geben und so erklären, was wir mit der Förderung hunderter Projekte jedes Jahr dazu beitragen“, beschreibt unser Geschäftsführer Christian Kipper die Idee hinter der Kampagne. „Die Offenheit der Menschen hat uns beeindruckt und überwältigt.“

Zum Start der Kampagne erzählen Gabriele (53), Teresa (32), Peter (65), Ove (35), Sarah (24) und das Großmutter-Enkelin-Duo Karin (79) und Mila (20), was Solidarität für sie bedeutet und was sie mit uns verbindet. Im Laufe der nächsten Wochen und Monate gesellen sich noch zwölf weitere Protagonist*innen mit ihren persönlichen Geschichten dazu.

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