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In unserem Magazin geben wir Menschen, die sich für andere einsetzen, eine Bühne.
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In unserer neuen Kampagne spricht Dreifach-Mama und Fußballfan Gabriele (53) von ihrem Engagement und darüber, dass viele einzelne Menschen eine ganze Menge bewegen können. Für welche weiteren sozialen Themen ihr Herz schlägt, verrät sie im Interview.

Mutmacher
  • 09.11.2020
  • Autorin Katharina Hofmann, Franziska Falkenberg
  • Fotograf Nouki (Jan Ehlers)
  • Lesezeit2 Min.

In unserer neuen Kampagne spricht Dreifach-Mama und Fußballfan Gabriele (53) von ihrem Engagement für ihren Lieblingsverein und darüber, dass viele einzelne Menschen eine ganze Menge bewegen können. Für unser Magazin fragten wir sie, für welche weiteren sozialen Themen ihr Herz schlägt und wie kleine Gesten Großes bewirken können.

Deutsche Fernsehlotterie: Gabriele, du warst im Sommer bei unserem Kampagnen-Dreh dabei und standst zum ersten Mal vor der Kamera. Wie hast du diesen Tag erlebt?

Gabriele: Der Drehtag war der Wahnsinn! Als meine Kinder aus dem „Mutti-Alter“ raus waren und ich Angst davor hatte, in so ein „Mutti-Loch“ zu fallen, habe ich mir überlegt, mal etwas ganz anderes zu machen. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich zum Dreh eingeladen werde! Und dann waren alle so super lieb, verständnisvoll und überhaupt so geduldig mit mir komischer Tante. Das Fitting, die Maske – Wellness! Einfach alles war aufregend. Danke für die tolle Erfahrung!

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Deutsche Fernsehlotterie: Du engagierst dich in deiner Freizeit für deinen Lieblings-Fußballverein. Beim Dreh hast du uns aber auch verraten, dass du dich für viele weitere soziale Themen engagierst. Welches liegt dir besonders am Herzen?

Gabriele: Wir unterstützen seit Jahren eine Tierärztin hier in Berlin-Neukölln: Frau Dr. Christine Berger. Sie behandelt alle Tiere gleich. Egal ob von Frauchen im Chanel-Kostüm oder Herrchen, der auf der Straße lebt. Leider wird sie oft nicht bezahlt. Einige ihrer Patientinnen und Patienten haben einen Verein gegründet: den Schneckenkasper e.V. Es ist leider nicht so populär, Tieren von wohnungslosen Menschen zu helfen. Die Spenden laufen nur sehr spärlich ein. Frau Dr. Berger lebt für die Tiere und damit auch für die Menschen. Gerade die Menschen auf der Straße sind auf ihre Begleiter angewiesen. Es ist immer erstaunlich, wie diese Menschen mit manchmal nur fünf Euro in Münzen zu ihr in die Praxis kommen, um ihre Schulden zu begleichen. Frau Dr. Berger lebt in einer Einzimmerwohnung und hat ein Fahrrad. Wenn sie nicht in der Praxis ist, macht sie Hausbesuche oder ist bei Weiterbildungen und ihren Urlaub verbringt sie in Portugal, um dort den Straßentieren zu helfen. Sie ist ein Mensch, von dem ich ganz viel Kraft tanke, wenn wir mit unseren Tieren zum Arzt müssen. Sollten wir gewinnen, bekommt sie auch einen Teil ab.

Als Soziallotterie fördern wir vielfältige soziale Projekte – auch für Menschen, die auf der Straße leben. So haben wir z.B. das Harburg-Huus, eine Aufenthaltsstätte für obdachlose Menschen und ihre Hunde, mit einer Förderung unterstützen können. Wie das Projekt in Zeiten von Corona weiterarbeitet, erfährst du hier: Obdachlosenhilfe Harburg-Huus: „Wir arbeiten am Limit“

Auch zur Umsetzung des GoBanyo-Duschbusses haben wir einen großen Teil beitragen können. Welche Idee dahinter steckt, erzählt Mitgründer Dominik Bloh, der selbst viele Jahre auf der Straße lebte, im Interview „Man hält sich selbst für Dreck“

Und wie Zahnärzte dank unserer Hilfe seit über zehn Jahren in ihrer Freizeit ehrenamtlich obdachlose Menschen medizinisch versorgen, erfährst du hier: Das Zahnmobil – Hilfe für Obdachlose

Deutsche Fernsehlotterie: Im Kampagnen-Spot sagst du, dass viele Menschen eine ganze Menge bewegen können. Wie erlebst du das in deinem eigenen Engagement? Was gibt dir dein Engagement persönlich zurück?

Gabriele: Ich bin seit fünf Spielzeiten nicht mehr einfacher Hertha-Fan, sondern Volunteer bei Hertha BSC. Ich liebe es, im Stadion zu sein und den Gästen dort zur Seite zu stehen, egal ob sie den Weg nicht finden, das nächste WC suchen, eine Wurst kaufen oder ein Foto machen möchten und dafür jemanden brauchen. Ich bin aber auch gern für unsere Fans mit Behinderung im Einsatz. Meine Rolli-Fahrer und ich freuen uns immer aufeinander. Ich habe von ihnen viel über die Sichtweise von Rolli-Fahrern gelernt. Es ist einfach nur schön, für eine kleine Geste ein Lächeln und ein Danke zu erhalten. Gerade hier im Stadion gilt der alte Spruch: Wie man in den Wald hineinruft, so kommt es zurück. Ich bin dankbar, bald wieder ins Stadion zu dürfen, auch wenn es jetzt alles komisch ist. Viele sind dankbar, wenn man einfach mal zuhört, wenn sie sich über die Spiele auslassen möchten und darüber die eigenen Sorgen für einen Moment vergessen.

Eine Frau hält ein Fußballtrikot mit dem Schriftzug „Volunteer“ hoch.

Deutsche Fernsehlotterie: Was verbindet dich mit uns?

Gabriele: Die Deutsche Fernsehlotterie kenne ich schon seit meiner Kindheit. Früher gab es zu Weihnachten ein Los für die Familie – leider keinen Gewinn. Es war trotzdem immer sehr aufregend.

Deutsche Fernsehlotterie: Welchen Traum würdest du dir mit einem Gewinn erfüllen?

Gabriele: Es gibt einen ganz großen Traum, den mein Süßer und ich haben: ein Wohnmobil – groß genug für zwei und klein genug, um auch abseits der großen Straßen die Welt zu erkunden. Diesen Traum würden wir uns erfüllen, wenn etwas für uns übrig bleibt. Vorher sind noch die Kinder dran und gute Freundinnen und Freunde, die wegen Corona jetzt dringend Unterstützung brauchen.

In unserer neuen Kampagne lassen wir Menschen zu Wort kommen, die eine ganz persönliche Verbindung zu uns haben. Menschen, die uns seit vielen Jahren mit ihrem Los helfen, soziale Projekte zu unterstützen. Menschen, die engagiert sind, in von uns geförderten Projekten oder anderweitig. Menschen, die von einem Gewinn träumen. Menschen, die besondere Erlebnisse mit uns verbinden. Kurz – viele unterschiedliche Menschen, die aber Eines eint: Sie unterstützen uns dabei, die Idee des solidarischen Miteinanders in unserer Gesellschaft zu stärken – mit einem Los, mit persönlichem Engagement, mit Achtsamkeit im Alltag, mit Herz.

„Wir wollen in einer offenen Atmosphäre über freie Interviews ohne Skript und Vorgaben Menschen und ihren Gedanken zu Solidarität und Miteinander in unserem Land eine Bühne geben und so erklären, was wir mit der Förderung hunderter Projekte jedes Jahr dazu beitragen“, beschreibt unser Geschäftsführer Christian Kipper die Idee hinter der Kampagne. „Die Offenheit der Menschen hat uns beeindruckt und überwältigt.“

Zum Start der Kampagne erzählen Gabriele (53), Teresa (32), Peter (65), Ove (35), Sarah (24) und das Großmutter-Enkelin-Duo Karin (79) und Mila (20), was Solidarität für sie bedeutet und was sie mit uns verbindet. Im Laufe der nächsten Wochen und Monate gesellen sich noch zwölf weitere Protagonist*innen mit ihren persönlichen Geschichten dazu.

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